Klimaerwärmung und Frostschäden

Der April war in Europa ungewöhnlich kühl und Frostschäden könnten durch die Klimaerwärmung zunehmen.

Die Frühlingsmonate März und April haben in Europa für etwas „Überraschung“ gesorgt. Der März war regional sehr warm, während der April deutlich zu kalt war. In Frankreich wurden zum Beispiel im März vielerorts Wärmerekorde gebrochen, während im April Kälterekorde gebrochen wurden.

Ein Forscherteam, das sich damit beschäftigt den Einfluss der Klimaerwärmung auf einzelne Wetterlagen zu quantifizieren (Attribution), hat für den erfolgten Kälteeinbruch im April herausgefunden, dass diese ohne Klimaerwärmung noch kälter ausgefallen wäre. Und zwar um rund 1°C.

Gleichzeitig war der März deutlich zu warm, wodurch der Knospenaustrieb der Vegetation teilweise viel früher einsetzte als sonst üblich. Ebenfalls ein Resultat der Klimaerwärmung. Die Kombination früher Austrieb mit folgendem Kälteeinbruch ist allerdings nicht förderlich für die Vegetation und kann zu Frostschäden führen. Wie zum Beispiel in den Weinbaugebieten in Frankreich.

Insgesamt fanden die Forscher heraus, dass die durch den Menschen verursachte Klimaerwärmung das Ereignis im Frühjahr 2021 um 20% bis 120% wahrscheinlicher gemacht hatte.

Mehr Frostschäden durch die Klimaerwärmung mag zunächst konträr wirken, aber dies liegt in einem durchaus denkbaren Szenario. Während die Knospen austreiben sind zum Beispiel Wein und Obstbäume sensibel gegenüber Frost und Frostschäden, sowie Ernteeinbußen sind die Folge.

Frosttage werden aufgrund der Klimaerwärmung zurück gehen, aber aufgrund des chaotischen Charakters der Atmosphäre können auch bei einer sich erwärmenden Erde Kaltlufteinbrüche erfolgen.

Das Problem der Frostschäden im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ist nichts neues: https://doi.org/10.1111/j.1365-3040.1991.tb01514.x

Der Austrieb der Knospen folgt den Temperaturen im Frühjahr. Je früher es deutlich wärmer wird, desto früher treiben auch die Knospen aus. Folgt dann ein Kaltlufteinbruch sind Frostschäden die Folge. Dies wiederum führt zu Ernteeinbußen und wirtschaftlichen Schaden.

 

Quelle: https://www.worldweatherattribution.org/human-caused-climate-change-increased-the-likelihood-of-early-growing-period-frost-in-france/