Am 6. September 2026 wissen wir mehr. Wird es eine absolute Mehrheit für die AfD um Ulrich Siegmund geben oder nicht. Es wäre ein riesen Erfolg für die AfD, aber die Zahlen zeigen nicht, dass die AfD eine Mehrheit hat.
Ulrich Siegmund ist siegesgewiss und nicht nur er. Der Kandidat der AfD, der 2023 am Remigrationstreffen von Rechtsextremisten in Potsdam teilgenommen hatte, steht kurz davor erster Ministerpräsident eines Bundeslands zu werden. Lange Zeit lag die AfD in den Umfragen bei knapp 42%, eine kürzliche Umfrage, beauftragt durch das ZDF (www.zdfheute.de), sah die AfD „nur“ noch bei 40%. Es wäre immer noch ein satter Vorsprung, aber es wäre womöglich nicht die Mehrheit Parlament.
40% für die AfD heißt allerdings auch gleichzeitig, es würden 60% nicht die AfD wählen. Aufgrund der 5% Hürde werden einige Parteien nicht ins Parlament kommen. Wie die Sitzverteilung am Ende tatsächlich aussehen wird, zeigt sich erst nach dem endgültigen Wahlergebnis. Heißt also, auch hier kann sich eine Mehrheit gegen die AfD bilden: wie gesagt, könnte. Vieles hängt am Ende davon ab, welche Parteien es in das Parlament schaffen und welche nicht. Ebenso, wo am Ende die Wähler ihr Kreuz machen.
Denn die Umfrage gibt die Wähler, die sich noch nicht entschieden haben mit 31% an. Es kann also noch vieles passieren.
Aber die Umfrage brachte eigentlich noch weiteres Interessantes zu Tage. Eigentlich gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem Urteil welcher Partei man seine Stimme geben würde und wem man gerne die Führung im Land übergeben würde. Auf die Frage welche Partei die Landesregierung lieber anführen sollte, zogen 50% die CDU vor. Nur 35% wäre eine AfD-geführte Landesregierung lieber. Auch würden 48% lieber Sven Schulze als Ministerpräsidenten haben, als Ulrich Siegmund (32%). Der gefühlt immer lachende Siegmund, scheint doch nicht so beliebt zu sein wie man versucht vorzugeben.
Geht man auf die absoluten Zahlen ein, werden die 40% auch sehr schnell überschaubar. 40% klingen nach jeder Menge Menschen, aber in absoluten Zahlen sind es am Ende nicht mehr so viele. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte. Bei 40% wären das rund 680.000 Menschen, aber dies berücksichtigt die Nichtwähler nicht.
Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gingen nur 60% der Wahlberechtigten zur Wahl, also nur knapp eine Millionen Menschen. Bei 40% der Stimmen wären das rund 400.000 Menschen, die die AfD wählen würden. Gehen wir kurz davon aus, dass diesmal deutlich mehr zur Wahl geben, z.B. 80%, dann wären das in Absolutzahlen trotzdem nur knapp 540.000 Menschen. Dem würden aber wiederum 810.000 Menschen stehen, die die AfD nicht wählen würden. Eine deutliche Mehrheit würde sie also nicht wählen.
Auch wenn die AfD anderes vermitteln möchte, die Mehrheit wählt die AfD wohl nicht.